Jugendliche
Wenn die Welt zu viel wird
Die Jugend ist eine besondere Zeit. Vieles verändert sich gleichzeitig und manchmal schneller, als man selbst hinterherkommt. Der Körper entwickelt sich, Gefühle werden intensiver, Freundschaften wichtiger und die Erwartungen in Schule und Alltag nehmen zu. Manche Jugendliche werden plötzlich stiller, schneller gereizt, schlafen schlechter oder ziehen sich immer häufiger zurück. Vielleicht fehlt die Energie, die Konzentration lässt nach oder Dinge, die früher selbstverständlich waren, werden plötzlich anstrengend. Nicht hinter jeder Veränderung steckt gleich ein großes Problem. Aber manchmal lohnt es sich, genauer hinzuschauen. In dieser Zeit kann es guttun, wieder mehr Ruhe, Ausgeglichenheit und ein besseres Gefühl für den eigenen Körper zu finden.


STRESS
Wenn der Kopf einfach nicht mehr zur Ruhe kommt
Schule, Prüfungen, Hausaufgaben, Freunde, Erwartungen, soziale Medien und dazu noch all die kleinen Dinge, die für Jugendliche gerade unglaublich wichtig sein können. Oft merkt man erst nach und nach, wie viel sich da eigentlich angesammelt hat. Manche Jugendliche werden gereizter, ziehen sich häufiger zurück oder wirken ständig müde. Andere werden nervös, unruhig oder schlafen schlechter. Stress zeigt sich bei Jugendlichen eben nicht immer durch den Satz „Ich bin gestresst“. Oft spricht der Körper zuerst. Wenn der innere Druck etwas nachlassen darf, kann auch wieder mehr Gelassenheit in den Alltag kommen.

KONZENTRATION
Wenn Lernen plötzlich viel schwerer fällt
Manche Jugendliche sitzen lange über ihren Unterlagen und kommen trotzdem kaum voran. Derselbe Absatz wird immer wieder gelesen, die Gedanken schweifen ab und irgendwann kommt Frust dazu. Konzentrationsprobleme haben nicht immer etwas mit mangelnder Motivation zu tun. Wenn der Kopf voll ist, der Schlaf zu kurz kommt oder über längere Zeit viel Stress da ist, kann es schlicht schwieriger werden, sich auf eine Sache einzulassen. Mehr Ruhe im System kann helfen, den Kopf wieder freier zu bekommen und die Aufmerksamkeit leichter zu bündeln. Denn manchmal braucht ein Kopf nicht noch mehr Druck. Sondern zuerst wieder etwas Luft.

PUBERTÄT
Wenn plötzlich vieles anders wird
Die Pubertät kann für Jugendliche eine ziemlich herausfordernde Zeit sein. Stimmungsschwankungen, Rückzug, Unsicherheit, körperliche Veränderungen und starke Gefühle gehören oft dazu. Manche Jugendliche sind plötzlich empfindlicher, andere werden lauter oder verschlossener. Oft geht es dabei gar nicht darum, schwierig zu sein. Sie versuchen gerade herauszufinden, wer sie sind. Mehr Körpergefühl und innere Balance können dabei helfen, mit diesen Veränderungen etwas leichter umzugehen. Es muss nicht immer alles sofort gelöst werden. Manches darf sich einfach entwickeln.

MOBBING
Wenn man merkt, dass sich etwas verändert hat
Manchmal verändert sich ein Jugendlicher ganz langsam. Er möchte plötzlich nicht mehr in die Schule, zieht sich zurück, schläft schlechter oder erzählt kaum noch etwas. Vielleicht kommen Unsicherheit, Nervosität oder Angst dazu und es entsteht das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Mobbing kann tief verletzen. Besonders in einer Zeit, in der Zugehörigkeit und Anerkennung so wichtig sind. Ausgrenzung, Hänseleien oder Angriffe über soziale Medien können dazu führen, dass Jugendliche immer mehr an sich selbst zweifeln. Umso wichtiger kann es sein, wieder mehr Selbstwahrnehmung und innere Stabilität zu entwickeln. Natürlich braucht Mobbing immer auch Unterstützung dort, wo es entsteht. In der Schule, in der Familie und wenn nötig mit professioneller Begleitung. Aber manchmal kann es zusätzlich guttun, wieder ein Gefühl dafür zu bekommen, dass man mehr ist als das, was andere über einen sagen.

TRENNUNG DER ELTERN
Wenn plötzlich vieles nicht mehr so ist wie vorher
Eine Trennung verändert nicht nur das Leben der Eltern. Auch für Jugendliche kann plötzlich vieles anders werden. Zwei Zuhause, neue Abläufe, vielleicht neue Partner und manchmal das Gefühl, zwischen Mama und Papa zu stehen. Manche sprechen offen darüber. Andere machen vieles mit sich selbst aus. Einige Jugendliche wirken besonders angepasst, möchten niemanden zusätzlich belasten oder ziehen sich immer mehr zurück. Dabei können Traurigkeit, Wut, Unsicherheit oder auch Erleichterung gleichzeitig da sein. Gerade in solchen Phasen kann ein gutes Gefühl im eigenen Körper etwas sein, das Halt gibt und Veränderungen leichter tragbar macht.

BELASTENDE ERLEBNISSE
Wenn etwas länger bleibt, als man erwartet hätte
Nicht jedes schwierige Erlebnis ist nach ein paar Tagen vergessen. Ein Unfall, ein Verlust, Gewalt, Konflikte in der Familie oder andere belastende Situationen können Jugendliche noch lange beschäftigen. Manchmal zeigt sich das an verändertem Schlaf, innerer Unruhe, Rückzug oder daran, dass ein Jugendlicher plötzlich anders reagiert als früher. Und manchmal kann er selbst gar nicht genau sagen, was gerade los ist. Wenn Anspannung langsam weniger wird, kann auch das Gefühl für den eigenen Körper wieder sicherer und vertrauter werden. Bei traumatischen Erfahrungen gehört professionelle psychotherapeutische Unterstützung immer dazu. Shiatsu kann diese Arbeit ergänzen, aber nicht ersetzen.
MANCHMAL ZEIGT DER KÖRPER, WAS WORTE NOCH NICHT SAGEN KÖNNEN
Gerade Jugendliche können nicht immer genau erklären, was sie belastet. Und manchmal wollen sie es auch gar nicht. Dann zeigen sich Veränderungen vielleicht über den Schlaf, über Erschöpfung, über Anspannung oder einfach dadurch, dass ein Jugendlicher nicht mehr so unbeschwert wirkt wie früher. In solchen Phasen kann es hilfreich sein, nicht nur auf das zu schauen, was gesagt wird, sondern auch darauf, was der Körper zeigt. Mehr Ruhe, Balance und ein gutes Gefühl für sich selbst können dabei helfen, mit den vielen Veränderungen dieser Lebensphase etwas besser umzugehen. Nicht als schnelle Lösung für alles. Aber als sanfte Unterstützung in einer Zeit, in der ohnehin schon vieles in Bewegung ist.
